Der größte Fehler, den ein neuer Pokerspieler normalerweise macht, ist schnell gefunden: Er spielt zu viele Hände. Zwar kommt man gelegentlich günstig zum Flop, aber die meisten Hände werden sich dort nur unwesentlich verbessern und/oder lassen sich aufgrund der Position nur sehr schwer spielen. Dazu kommt, dass ein erfahrenerer Gegner wohl mit der deutlich besseren Range unterwegs ist. Also findet sich der Spieler nach dem Flop in einer stressigen Situation wieder und neigt dazu, teure Fehler zu machen!

Wenn es einen Tipp gibt, der dir schnell dabei helfen kann, deine Verluste zu verringern und/oder deine Gewinne zu erhöhen, dann ist es dieser: Wähle deine Starthände besser aus!

In diesem Artikel werden wir über Kandidaten für Starthände sprechen. Welche Hände solltest du aus welchen Positionen spielen? Und warum sind manche Starthände besser als andere?

POKER-STARTHÄNDE

Paare

  • Premium-Paare (JJ - AA): Die höchsten Paare sind die wertvollsten Starthände in Texas Hold’em. In fast allen Fällen willst du mit diesen Händen vor dem Flop raisen und re-raisen. Oftmals wirst du gut damit leben können, wenn du mit diesen Händen vor dem Flop dein ganzes Geld in die Mitte bekommst (für 100 BB oder weniger). In manchen Fällen (gegen extrem tighte Spieler, vor allem in Live-Spielen), sollte man Poker-Hände wie JJ und QQ in der Preflop-Runde aber nicht in ein All-In schicken (Ausnahme: gegen Short-Stack-Spieler mit breiten Ranges). In Live-Spielen sind Spieler bei Raises und 3-Bets/4-Bets eher konservativ. Hohe Paare darf man vor dem Flop gerne aggressiv spielen, aber auf bestimmten wet- und drawlastigen Boards muss man Postflop schon aufpassen, da man hier leichter auf die Verliererstraße geraten kann. Sei auch ein wenig vorsichtiger, wenn du dich in einem Pot mit mehreren Gegnern befindest. Je mehr Gegner sich noch im Pot befinden, desto mehr verliert dein hohes Paar an Wert, wenn sich deine Hand nicht verbessert.
  • Mittlere Paare (77 - TT): Mittlere Paare haben dann einen soliden Wert, wenn du nach dem Flop gegen einen einzelnen Gegner weiterspielen kannst (zudem haben sie auch einen gewissen Showdown-Value). Außerdem werden sie ganz besonders attraktiv, wenn du dein Set triffst, denn es gibt nur wenig starke Hände, die man so gut versteckt halten kann, wie Drillinge mit einem Paar auf der Hand. In Multiway-Pots spielen sich diese Paare oft wie kleine Paare (siehe unten). Ihr Wert ist bei mehreren Gegnern meistens nur dann nennenswert, wenn man mit ihnen ein Set trifft. Ansonsten hat man nach dem Flop bei mehreren Gegnern meist nur das zweit- oder gar dritthöchste Paar und ist sehr wahrscheinlich bereits geschlagen. Der Wert dieser mittleren Paare steigt aber an, wenn man einen Short Stack hat (<20 BB), denn dann tragen sie bei einem All-In-Move auch gewisse Fold Equity. Wird man gecallt, steht man oft Händen wie AK, AQ, AJ oder einer schlechteren Hand als einem hohen Pocket Pair gegenüber. Bei Spielen mit standardmäßigen Stacks rund um 100 BB ist es in Ordnung, aus jeder Position einen Open Raise zu spielen. Wenn jemand vor dir erhöht hat, dann bist du meist mit einem Call am besten bedient.
  • Kleine Paare (22 - 66): Kleine Paare bringen viel Wert hinsichtlich Implied Odds mit sich. Du solltest immer versuchen, mit ihnen kostengünstig einen Flop ansehen zu können. Wenn du mit ihnen ein Set triffst (Drilling), wirst du wahrscheinlich die Hand gewinnen und oftmals einen dicken Pot absahnen. Wenn du kein Set triffst, dann wird es meistens enorm schwer, mit der Hand weiterzuspielen (oftmals wirst du zu einem Check-Fold gezwungen). Es kommt nicht selten vor, dass du auf dem Flop das dritt- oder viertbeste Paar hast. Deshalb kann man mit diesen Paaren eine 3-Bet eigentlich nicht profitabel coldcallen. Ohne Position sind sie ebenso nur schwer spielbar (es sei denn, du bekommst sehr gute Odds mit mehreren Limpern oder Callern). 

Weitere Tipps zum profitableren Spiel mit kleinen Paaren:

  • In früher Position sollten kleine Pocket-Pairs gefoldet werden (im Live-Spiel ist ein Limp möglich, da Spieler typischer Weise Preflop nicht so aggressiv spielen). Ja, du willst gerne einen günstigen Flop mit ihnen ansehen, aber wenn die Gegner nach dir erhöhen oder dich 3-betten, dann wird es schwer, profitabel fortzufahren. Dies trifft umso mehr zu, wenn du keine Position hast und deinen Gegner als kompetent einschätzt.
  • In mittleren und späten Positonen kannst du mit kleinen Pocket-Pairs auch einen Open-Raise spielen.
  • Wenn vor dir erhöht wurde und du Position hast, dann ist ein Call meistens akzeptabel, insofern die Stacks entsprechend groß sind.
  • Wenn vor dir erhöht wurde und du keine Position hast, kann eine 3-Bet gegen einen einzelnen Gegner akzeptabel sein, wenn dieser aus später Position erhöht hat (in diesem Fall hat er eine breitere Range). Wenn es nach dem Raise noch mehrere Calls gab, bevor du dran bist, dann ist ein Call deinerseits meist die beste Wahl.
  • Generell möchtest du eine Erfolgschance von ungefähr 10 Prozent haben, um dein Set zu treffen. Wenn du Preflop einem Einsatz von zehn Euro gegenüberstehst und etwa 100 Euro in deinem Stack hast, dann ist ein Call meist ein rentabler oder gewinnbringender Zug, vorausgesetzt, dass du von einer schlechteren Hand bezahlt wirst, wenn du dein Set triffst.
  • Du wirst in etwa ein von acht Fällen dein Set treffen.

Broadway-Karten

Bei Broadway-Karten handelt es sich um A, K, Q, J und 10 (T). Nach den besten Pocket-Pairs stellen die Broadway-Karten die nächstbesten Starthände bei Texas Hold’em dar. Dies liegt daran, dass man mit ihnen Paare und andere Kombinationen treffen kann, um den Gegner zu übertreffen (etwa AK gegen 65 auf A95: Beide Spieler treffen ein Paar, aber die beiden Asse sind klar im Vorteil.)

Je höher deine beiden Broadway–Karten sind, desto häufiger wirst du die Karten deines Gegners dominieren (wenn du z.B. AK hast und dein Gegner hält AQ oder AJ und es kommt ein Ass, hat dein Gegner ein riesiges Problem).

Vor allem Anfänger haben mit Broadway-Karten oft das Problem, dass sie diese zu häufig aus bestimmten Positionen spielen. Statt ihren Gegner zu dominieren, werden sie schnell selber dominiert, da sie zu viele Kombinationen dieser Karten spielen. Außerdem gehen sie damit oft zu passiv um (mehr Calls als Raises und 3-Bets vor dem Flop, wo ihnen zusätzliche Fold-Equity entgeht).

Broadway-Karten einer gemeinsamen Farbe sind nur geringfügig wertvoller als Offsuit-Broadways, aber wenn du "suited" bist, hast du eine viel bessere Spielbarkeit mit ihnen. Du kannst mehr "Barrels" abfeuern und andere Wege finden, um zusätzliche Equity in der Hand zu erlangen. Broadway-Kombinationen einer gemeinsamen Farbe eignen sich dank dieser besseren Spielbarkeit viel eher als 3-Bet-Kandidaten als ihre Off-Suit-Pendants.

Ax-Hände

Viele Amateure und Anfänger spielen viel zu viele Ax-Hände (x steht für eine beliebige Karte im Deck). Sie glauben, dass sie nur aufgrund des Asses großes Potenzial besitzen. Wer es mit Ax-Kombinationen übertreibt, wird schnell herausfinden, dass er von besseren Ax-Händen ausgenommen wird. Deshalb musst du diszipliniert spielen und ein Gefühl entwickeln, wann man ein Top-Pair mit schlechtem Kicker wegwerfen muss (vor allem dann, wenn der Gegner aggressiv auftritt).

Der Wert einer Ax-Kombination mit gemeinsamer Farbe steigt enorm, denn mit dieser Hand kannst du auf den Nut-Flush hoffen (und gegebenenfalls andere Flushes dominieren). Ax-Offsuit hat keine gute Spielbarkeit, da Flush-Möglichkeiten hier dramatisch sinken. Zu häufig wirst du auch dominiert, wenn dein Kicker zu schwach ist. Laufe also nicht in die Falle, zu viele Ax-Offsuit-Hände zu spielen. Denk daran, dass sie die dreifache Menge der suited Variante darstellen (12 zu 4) und sich nach dem Flop nicht gut spielen lassen.

Man sollte beachten, dass A2 - A5 suited gute Kandidaten für 3-Bet-/4-Bet-Bluffs sind, da sie einige AA-/AK-Kombinationen blockieren und auch nach dem Flop eine gewisse Spielbarkeit haben.

Generell solltest du Versuchen, Ax-Kombinationen vor dem Flop nicht zu häufig zu spielen. Nutze lieber suited Asse mit Baby-Kicker als Ergänzung zu deiner 3-Bet-Range (für Bluffs). Zusätzlich musst du lernen, wann du dein Top-Pair (Ass) mit schlechtem Kicker wegwirfst, wenn du dich maßgeblicher Aggression gegenübersiehst.

Suited Connectors

Der wahre Wert von Suited Connectors liegt in deren Möglichkeit, durch Straßen und Flushes eine starke Hand zu machen. In den meisten Fällen wird ein Spieler auf dem Flop jedoch nur das mittlere Paar und/oder einen schwachen Draw treffen. In diesen Fällen musst du bereit sein, deine Hand wegzuwerfen und/oder aufpassen, dass der Pot nicht zu stark anwächst.

Du willst auf jeden Fall vermeiden, dass der Pot zu groß wird, während du mit einer Hand wie etwa dem zweitbesten Paar ohne Position weiterspielen musst. Suited Connectors spielen sich dann besonders gut, wenn man Position hat. Außerdem kann man mit ihnen große Pots gegen Spieler gewinnen, die aus früher Position erhöht haben. Diese Spieler haben eine fein definierte Range und sind öfters mit hohen Paaren unterwegs. Mit Suited Connectors hast du gegen solche Ranges deshalb gute Implied Odds. Mit kleinen Einsätzen vor dem Flop könntest du später einen dicken Pot absahnen.

Weitere Ratschläge, wie sich Suited Connectors profitabel spielen lassen:

  • Da Suited Connecters in Position besser spielbar sind, solltest du nur die stärksten Kombinationen spielen, je weiter du vom Button entfernt bist.
  • Vor dem Flop willst hinsichtlich Implied Odds mindestens 20:1 kriegen, um einen Raise zu callen. In Deep-Stack-Games eignen sich diese Hände besonders gut.
  • Wenn du nur einen Gegner hast, kannst du diese Hände in deine 3-Bet-Bluff-Range aufnehmen (Position vorausgesetzt).
  • Wenn vor dir mehrere Spieler in den Pot eingezahlt haben, ist es besser, wenn du ebenfalls limpst oder den ursprüngliche Raise callst. Du hast jetzt das Ziel, gegen mehrere Spieler eine Straße oder einen Flush zu treffen.
  • Wenn du mit solchen Händen nach einem Raise und mehreren Callern ebenfalls mitgehst, musst du dir darüber im Klaren sein, dass Spieler links von dir eine Squeeze-Prozentzahl haben. Nach einem Raise, mehreren Calls und einem Squeeze bekommen Suited Connectors oft nicht den richtigen Preis, um eine 3-Bet zu callen (auch nicht mit Position).

Andere Hände

  • Unsuited Connectors: Suited Karten verbessern deine Preflop-Equity nur um etwa zwei Prozent. Aber sie verleihen deiner Hand auf zukünftigen Straßen viel bessere Spielbarkeit, was inbesondere dann gilt, wenn du der Aggressor bist. Du bist in der Lage, in mehr Spots eine Barrel als Bluff abzufeuern, behältst aber gleichzeitig eine gewisse Equity und verleihst deiner Range eine Balance. Deshalb sollte man Unsuited Connectors nur selten spielen. Eine Hand wie T9-offsuit könnte aus später Position akzeptabel sein, wenn noch niemand erhöht hat.  Dazu könnten schlechtere Unsuited Connectors aus dem Cutoff oder vom Button für einen Open Raise benutzt werden, hinter dir nur noch schwache Spieler am Zug sind.
  • Suited Gappers: Diese Hände spielen sich ähnlich wie die oben genannten Suited Connectors. Dazu ein Ratschlag: Benutze diese Hände nicht zusätzlich zu den Suited Connectors als Möglichzeit zur 3-Bet, sonst bluffst du im Verhältnis zu der Anzahl deiner Value-Hände in deiner 3-Bet-Range zu viel. Postflop solltest du nur sporadisch auf die Jagd nach einem Gut-Shot bis zum River gehen. Sei immer bereit, die Hand zu folden, wenn der Gegner Stärke zeigt.
  • Suited Non-Connectors: Dies sind Hände einer gemeinsamen Farbe, die weit auseinander liegen. Viele Anfänger machen den Fehler, zu oft Hände wie K2s oder Q5s zu spielen. Wenn ein anderer Spieler schon gesetzt hat, sollte man diese Hände eigentlich wegwerfen. Man manövriert sich sonst in Situationen, in denen man dominiert wird und sehr schlechte Reverse Implied Odds hat. Wenn du eine dieser Hände spielst, nur um auf einen Flush zu hoffen, wirst du langfristig vor dem Flop mehr Geld verlieren, als du in den seltenen Fällen mit einer großen Hand gewinnst. Suited Non-Connectors sollte man eigentlich nur spielen, wenn man in später Position sitzt und der Pot noch nicht eröffnet wurde (Beispiele: K2s+, Q5s+ J7s+, etc. vom Button aus). Dies gilt natürlich dann besonders, wenn in den Blinds schwache Spieler sitzen.
  • Müll: Manche Spieler legen es darauf an, mit zwei beliebigen Karten zu spielen. Dies ist der größte Fehler, den man machen kann. Mit "Müll" sind niedrige Karten gemeint, die weder gute Chancen auf Flush oder Straße bieten. Allerdings fallen auch manche Suited-Kombinationen in diese Kategorie. Müll kann man eigentlich nur als Bluff spielen. Etwa dann, wenn es vor dir ein paar Limper gegeben hat (bevorzugt in Live-Spielen). Beispiel: 5 Spieler limpen und du hast 52-suited in später Position. Du bist überzeugt, dass der erste Limper seine Hand bei einem Raise folden würde (und alle Limper auch). Wenn du jetzt einen ordentlichen Raise ansetzt, müssten die Blinds schon mit einer richtig guten Hand aufwachen, um mitzuspielen. Du brauchst Mut für diesen Move, aber hin und wieder kann man ihn einstreuen. Sei aber darauf vorbereitet, dass du eventuell auch noch zum Flop gehen musst. Dies bedeutet, dass du möglichst in später Position sitzen musst, denn auf dem Flop wirst du eine gesalzene C-Bet abfeuern müssen.

HÄNDE AUS VERSCHIEDENEN POSITIONEN

Das meiste Geld gewinnt man in Position. Dies liegt ganz einfach daran, dass es ein Vorteil ist, wenn der Gegner vor einem agieren muss und man mehr Informationen erhält, bevor man die eigene Entscheidung zu treffen hat. Außerdem werden Gegner Fehler machen, die man in Position besser ausnutzen kann. Deshalb sollte man aus frühen Positionen eine eher tighte Range haben, um das Manko Position im weiteren Verlauf der Hand auszugleichen.

  • Zunächst der Hinweis, dass Limping selten bis nie Teil einer Eröffnungsstrategie sein sollte (Ausnahme: Blind vs Blind oder Heads-Up).
  • Generell solltest du um das dreifache des Big Blinds erhöhen (etwa Pot-Size), wenn du der erste Spieler bist, der den Pot erhöht und die Stacks um die 100 BB liegen.
  • Wenn es Limper vor dir gab (oder es nach dir gepostete Big Blinds gibt), kannst du 1 Big Blind für jeden Limper im Pot zusätzlich erhöhen. Nach 2 Limps solltest du also beispielsweise um 5 Big Blinds erhöhen.
  • Wenn in der Mitte Antes liegen, sollte dein Eröffnungsraise noch einen Tick höher sein.
  • Deine Hand-Ranges aus früher Position sollten stärker als jene sein, die du aus später Position spielst. Deswegen ist es dir überlassen, ob du aus früher Position um 3,5 bis 4 Big Blinds erhöhst (nur empfehlenswert für Micro-Stakes Online-Games oder Low-Stakes Live-Games, in denen viele Spieler deinen ersten Raise callen, unabhängig von der leichten Änderung der Setzhöhe).
  • Weil du aus später Position eine breitere Range hast, kannst du deinen Riase ein wenig kleiner ausfallen lassen. Du könntest etwa 2,25x oder 2,5x setzen, um ein wenig Geld zu sparen, wenn ein Gegner eine 3-Bet abfeuert und du folden musst.
  • Faustregel: Je höher die Stakes, desto kleiner fallen die Raises in der Preflop-Runde aus.

Kurz ein paar Erklärungen zu der Terminologie:

  • Ein “o” bezeichnet eine Offsuit-Kombination.
  • Ein “s” bezeichnet Suited-Kombinationen.
  • Ein “+” bezeichnet nicht nur die aufgelistete Hand, sondern auch alle besseren Startblätter. Beispiel: Mit AJs+ sind AJs, AQs und AKs gemeint.

Hier ein Ratgeber für Starthände, gelistet nach Position. Der Ratgeber bezieht sich auf ein Cash-Game mit 100 Big-Blind-Stacks und neun Spielern:

Under-The-Gun (UTG/EP 1): 10%:

77+, ATs+, KTs+, QTs+, J9s+, T9s, 98s, A5s, AQo+

UTG+1 (EP 2): 10%:

77+, ATs+, KTs+, QTs+, J9s+, T9s, 98s, A5s, AQo+

UTG +2 (EP 3): 13%:

77+, A8s+, K9s+, Q9s+, J9s+, T9s, 98s, A4s-A5s, AJo+

Lojack (LJ/MP1): 16%

55+, A2s+ K9s+, Q9s+ J9s+ T8s+, 98s, 87s, 76s, AJo+, KQo

Hijack (HJ/MP2): 20%

44+, A2s+, K8s+, Q9s+ J9s+ T8s+, 97s+, 87s, 76s, 65s, 54s, ATo+, KJo+, QJo

Cut-off (CO/LP1): 26%

22+, A2s+, K5s+, Q8s+ J8s+ T8s+, 97s+, 86s+, 75s+, 65s, 54s, ATo+, KTo+, QTo+, JTo

Button (BTN/LP2): 40%

22+, A2s+, K2s+, Q5s+ J7s+ T6s+, 96s+, 85s+, 75s+, 64s+, 53s+, 43s, A4o+, K9o+, Q9o+, J9o+, T9o, 98o

Small Blind (SB): 47%+

22+, A2s+, K2s+, Q4s+ J6s+ T6s+, 95s+, 84s+, 74s+, 63s+, 53s+, 43s, A2o+, K8o+, Q8o+, J8o+, T8o+, 98o

H2: WEITERE ÜBERLEGUNGEN

Starting Hands
  • Stackhöhen: Wenn die Stacks hinsichtlich Big Blinds immer kleiner werden, steigt der Wert von Broadway-Karten rasant an. Es wird nämlich immer schwieriger, ein hohes Paar zu treffen. Auch Suited Connectors und kleine Paare verlieren an Spielbarkeit und Wert, denn die Implied Odds dieser Hände gehen drastisch nach unten. Bei Stackhöhen von 20 Big Blinds suchst du oft nach Spots, in denen du mit Händen wie 88+, AQo+, AJs+, KQs+ All-In gehen kannst (entweder ohne vorherige Einsätze (Open Jam) oder als Re-Raise (3-Bet- Jam). Bei den genannten Händen gibt es eventuell noch Abweichungen, denn es kommt immer auch auf Position und die Spielweise des ersten Raisers an. Auch die Anzahl der Spieler, die bereits am Zug waren, stellt einen Faktor dar.
  • Anzahl der Spieler: Gibt es weniger Spieler am Tisch, sollten sich die für deine Position spezifischen Hand-Ranges nicht ändern. Wenn du an einem 9max-Tisch aus dem CO mit 26 Prozent deiner Hände eröffnest, dann solltest du dies in der Preflop-Runde an einem 4er-Tisch aus der ersten Position genauso tun. Es gibt nur einen Grund, warum sich deine Ranges an kleineren Tischen an fixen Positionen je ändern sollten: Wenn du die Stärken, Schwächen und Tendenzen deiner Gegner kennst.
  • Bestimme und kenne deine Ranges: Du wirst viel davon profitieren, wenn du die oben gelisteten Ranges auswendig lernst und/oder die empfohlenen Preflop-Charts einer seriösen Seite befolgst. Diese Strategie wird dein Spiel auf ein besseres Niveau heben und du wirst erkennen, in welchen Bereichen (und in welchen Ranges) du nachbessern musst.
  • Spieler-Tendenzen – Dynamiken am Tisch: Wie bereits erwähnt, kannst du kleinere Verfeinerungen an der Range vornehmen, wenn du dir eine Basis erarbeitet hast. Dies hängt davon ab, wie schwer, soft und aggressiv dein Tisch ist. Gravierende Veränderungen sind nicht empfehlenswert, aber man kann ein paar wenige Kombinationen aus der Range nehmen, bzw. ein paar weniger hinzufügen. Wenn in den Blinds beispielsweise schwache Spieler sitzen, dann könntest du vom Button aus mehr Hände erhöhen. Wenn du bemerkt hast, dass deine Gegner nach dem Flop aussteigen, wenn sie nichts getroffen haben, dann kannst du in später Position mit noch mehr Händen erhöhen, um sie auf dem Flop mit einer C-Bet aus der Hand zu verdrängen. Wenn es immer mehrere Spieler im Pot gibt, dann musst du eine tightere Range wählen und nur in die Schlacht ziehen, wenn sich deine Karten gegen mehrere Gegner gut spielen lassen.
  • HUDs: Heads-Up-Displays (HUDs) sind Software-Programme, die im Online-Poker genutzt werden, um die Tendenzen anderer Spieler zu erkennen und Statistiken zu sammeln. Sie geben dem Spieler in Echtzeit nützliche Informationen zum Setzverhalten der Gegner (PokerTracker 4 und Hold’em Manager 2 sind die am häufigsten genutzten HUDs). Wenn du herausfinden willst, wie du deine Startranges an die Tendenzen deines Gegners anpassen musst, dann geht dies am einfachsten und am schnellsten mit einem HUD.
  • VPIP / PFR: Zwei der wichtigsten Statistiken für dich sind dabei VPIP (voluntarily put money in pot = frewillig in den Pot einbezahltes Geld) und PFR (Pre-Flop-Raise). In 6-Max-Games liegt ein normale VPIP/PFR-Statistik bei 24/22. In 9-Max-Spielen liegt sie eher bei 19/17 (aufgrund angepasster Eröffnungsranges in frühen Positionen). Wenn diese Zahlen weit auseinander liegen (Beispiel: 31/5), dann ist der Spieler eher schwach und passive und steigt meistens nur mit einem Limp in den Pot ein. Wenn diese Zahlen höher als normal liegen (42/37), dann handelt es sich um einen Spieler der Kategorie Loose-Aggressive. Beide Spielertypen sind Fische, bei denen du deine Ranges entsprechend anpassen solltest.
  • Flatting vs 3-Betting: Wenn ein Spieler vor der erhöht hat und du in den Pot einsteigen willst, musst du entscheiden, ob es besser ist, nur zu flatten (einfacher Call) oder zu 3-betten (Re-Raise). Wenn a) deine Hand gegen mehrere Gegner gut performed, b) es Fische in den Blinds gibt, die du gerne in der Hand behalten würdest, und/oder c) du glaubst, dass deine Hand besser als die Range des Openers ist, aber trotzdem zu schwach für einen Re-Raise für Value ist, dann ist ein Call akzeptabel (also normalerweise kleine bis mittlere Paare und bestimmte Broadway-Karten (AQo gegen Eröffnung aus mittlerer Position). Der Zweck einer 3-Bet liegt normalerweise darin, einen Gegner zu isolieren (insbesondere, wenn es sich um einen schlechten Gegner handelt) und/oder mehr Geld in den Pot zu pumpen, um deine Hand zu schützen oder ihrem Wert zu entsprechen. Akzeptable Karten in vielen Situationen (abhängig von der Position) sind hohe Paare und höhere Broadway-Karten einer gemeinsamen Farbe (für Value). Du solltest ein paar kleinere, suited Asse in späterer Position hinzufügen (sie blocken AA- und AK-Hände) und Suited Connectors als Bluffs spielen. Wenn es einen Raise und mehrere Caller gibt, ist es wahrscheinlich profitabler, die kleinen Axs-Hände und Suited Connectors zu flatten, denn die Pot Odds und Implied Odds sind gut. Außerdem können sie in einem Multi-Way-Pot einen guten Flop erwischen, wenn du einen Flush-Draw triffst (wenn du auf dem Flop keinen guten Draw hast, dann kannst du einfach folden).
  • Verteidigen im Small Blind: Einige Spieler sind davon überzeugt, dass man alle Hände, die man vom Small Blind aus spielen will, als Re-Raise spielen muss. Sie argumentieren, dass man bei einem eigenem Flat dem Big Blind einen zu guten Preis zum Callen gibt und ihn eventuell zum Squeezen (3-Bet) verleitet. Wenn ihr beide eine Raising- und eine Flatting-Range im Small Blind habt, bist du fast immer zu schwach, um seinen Raise zu callen (insbesondere, wenn du keine Position hast), wenn der ursprüngliche Raiser foldet. 3-Betting vom Small Blind kommt besonders häufig vor, wenn aus später Position erhöht wurde, da der Raiser eine breitere Range hat. Du kannst meistens mehr Preflop-Fold-Equity durch 3-Betting erzielen. In Spielen mit kleineren Stakes, in denen der Big Blind selten zu einem Squeeze ansetzt (zusätzlich zu den Pots, in denen bereits viele Spieler dabei sind), kann es akzeptabel sein, aus den Blinds zu flatten. Aber denk daran: Es wird in vielen Situationen sehr schwer, nach dem Flop profitabel zu spielen, wenn du keine Position hast.
  • Verteidigen aus dem Big Blind: Weil du gegen einen Raise, der zwischen 2x und 3x Big Blinds liegst, gute Odds bekommst, solltest du im Big Blind den breiteren Teil deiner Range verteidigen (vor dem Flop). Dies setzt aber voraus, dass die das Postflop-Spiel beherrscht. Gegen einen Raise in Höhe von 3x musst du zwei zusätzliche Big Blinds in den Pot einzahlen, um in einem Heads-Up-Duell einen Pot in Höhe von 4,5 Big Blinds zu gewinnen. Dies bedeutet, dass du etwa 30 Prozent Equity gegen die Range des Raisers haben musst, um profitabel fortfahren zu können. Natürlich ist es ohne Position schwieriger, diese Equity zu erzielen (etwa um 5-7 Prozent), aber es ist trotzdem wichtig, aus dem Big Blind mit einer breiten Range zu verteidigen, damit du nicht den Fehler des Overfoldings machst und dich ausbeuten lässt. Denk aber daran, dass das Spielen aus den Blinds langfristig ein –EV-Geschäft ist. Der Schlüssel liegt darin, deine Verluste aus diesen Positionen zu minimieren, um deine Winrate insgesamt zu erhöhen.
  • Immer daran denken: Position ist Macht: Lassen wir noch kurz die Charts und Tabellen außen vor und erinnern uns daran, wie elementar wichtig Position ist.

Das meiste Geld in Hold'em verdienst du vom Button aus:

  • Deine Entscheidungen sind viel einfacher, wenn du Position hast
  • Deine Gegner machen ohne Position größere Fehler als mit Position

Du darfst den englischen Spruch "Position is Power" nie vergessen. Nutze deinen Positionsvorteil gegen bestimmte Gegner (insbesondere die der schwächeren Kategorie) und deine Profite werden es dir danken!

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